Saarlooswolfhond Kennel Waya Whakan

Saarloos Wolfhunde Züchter - www.waya-whakan.de

Krankheiten

Als wir uns 2009 für die Rasse Saarlooswolfhond interessierten, wurde uns gesagt, es wäre eine völlig gesunde Rasse. Damals gab es lange nicht so viele Informationen im Internet wie heute. 

Diese Information stimmt nicht. Der Saarlooswolfhond ist eine relativ gesunde Rasse, wenn man andere Rassen vergleicht. Ich sage immer "wir meckern auf hohem Niveau". Dennoch gibt es Krankheiten in der Rasse und nur wenn man züchterisch richtig aussucht, kann man einige Krankheiten bekämpfen. Andere Krankheiten wiederrum liegen nicht in der Hand der Zucht.

Es gibt einige Krankheiten, die auch beim Saarloos Wolfhund auftreten können. Bei einigen davon gibt es Gentest´s, die dies ausschliessen. Das heißt der Züchter kann die Elternpaare vorher testen lassen und somit die Verbreitung der Krankheiten unterbinden. Dies ist jedoch eine freiwillie Sache. In Deutschland ist es allerdings mittlerweile Gang und Gebe diese Gentest´s durchführen zu lassen. Im Ausland ist das jedoch nicht unbedingt der Fall.

Allerdings "meckern" wir bei Saarlooswolfhund auf hohem Niveau. Denn der Saarlooswolfhund ist, im Gegensatz zu anderen Rasse, viel gesünder. Dennoch sollte man auf die möglichen Krankheiten aufmerksam machen. Bei allen Krankheiten steht dabei, ob der Saarlooswolfhund diese haben kann und wenn wie stark die Rasse betroffen ist. 

Hypophysärer Zwergenwuchs

Seit Mai 2008 ist nach 15jähriger Forschung ein Gentest für den hypophysären Zwergenwuchs beim Saarlooswolfhond verfügbar. Dr. H. Kooistra von der veterinärmedizinischen Universität Utrecht in Holland hat das für diese  Krankheit verantwortliche Gen nach langer Suche gefunden. Die Vermutung liegt nahe, daß es sich um ein Erbe des Urvaters Deutscher Schäferhund handelt, denn das beim Saarlooswolfhond gefundene spezifische Gen kommt nur bei diesen beiden Rassen vor. Natürlich gibt es diese Krankheit auch bei anderen Rassen, jedoch ist bei jeder Rasse ein anderes Gen betroffen.

Beim Zwergenwuchs liegt eine Störung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)  vor, wodurch zu wenige Wachstumshormone produziert werden und der Hund sehr klein bleibt. Ein erwachsener zwergwüchsiger Saarloos sieht aus wie ein 8 Wochen alter Welpe, der etwas deformiert ist. Die Hirnanhangsdrüse produziert auch andere Hormone, wie  z.B. Prolaktin, Sexualhormone, Nebennierenrinden-stimulierendes Hormon,   Schilddrüsen-stimulierendes Hormon. Daher kann es auch sein, daß ein betroffener Hund auch dahingehend zusätzliche Probleme hat z.B. Probleme mit  der Schilddrüse, der Läufigkeit oder Nierenprobleme. Die Lebenserwartung eines  Zwerges ist sehr gering und beträgt meist maximal zwei bis vier Jahre. 

Oftmals kann man einem Welpen nicht sofort ansehen, daß er  ein Zwerg ist. Er ist meist nur etwas kleiner und im Vergleich zu seinen  Geschwistern etwas zurückgeblieben. Erst im Alter von mehreren Wochen fällt  dann augenscheinlich auf, daß etwas nicht stimmt.

Das Leben eines Zwerges ist sehr krankheitsbelastet. Es  werden zum Beispiel zu wenig Sexualhormone produziert, so bekommt eine Hündin  keinen Eisprung und ist quasi dauerläufig, was sehr belastend für die Hündin ist. Die Schilddrüse funktioniert nicht richtig, die Tiere leiden an extremem  Haarverlust, an Nierenunterfunktion und Leberfunktionsstörungen. Die Gefahr eines Wasserkopfes (Hydrocephalus) ist gegeben, was  zu Lähmungen führen kann. Die Krankheit ist nur in geringem Maße behandelbar, man kann Wachstumshormone verabreichen – die dafür erforderlichen Medikamente sind  teilweise aber in Europa nicht zugelassen. Eine Heilung gibt es nicht.

Hypophysärer Zwergenwuchs ist eine Erbkrankheit, welche sich wie PRA autosomal rezessiv vererbt. Das bedeutet, daß beide Elterntiere Träger eines defekten Gens sein müssen, um Nachkommen zu zeugen, die erkranken können.  Bei einer solchen Verpaarung besteht die Wahrscheinlichkeit, daß 25% der Nachkommen erkranken, 25% frei vom Defektgen und 50% Träger des Defektgenes  sind. Wenn nur ein Elternteil Träger ist, so können die Nachkommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auch Träger der Krankheit sein, erkranken aber nicht.  Wenn kein Elternteil Träger des Gens ist, so sind auch alle Nachkommen frei vom Defektgen und gesund. In diesem Fall macht man keinen Gentest, da der Nachkomme nur frei sein kann. Mehr Informationen zum Erbgang finden Sie weiter unten. Der Erbgang von PRA ist eins zu eins auf den Erbgang vom  Zwergenwuchs übertragbar.  

Beim Gentest können Träger des defekten Gens eindeutig  identifiziert werden. Der Anteil an Zwergengen-Träger kann beim SWH nur vermutet  werden. Bedingt durch den hohen Inzuchtgrad der Rasse muß man allerdings von einer relativ starken Verbreitung des defekten Genes ausgehen. Bisher sind in der Geschichte des SWH sieben Zwerge bekannt (Stand September 2008). Es wird angenommen, daß nur etwa 10% der Zwerge überleben und 90% entweder bereits im  Mutterleib resorbiert werden, tot geboren werden oder die erste Lebenswoche  nicht überleben. Das könnte z.B. den einen oder anderen kleinen Wurf erklären,  warum Welpen sterben oder aber auch, daß auf dem Ultraschall mehr Welpen zu  sehen waren, als geboren wurden. Leider konnten in der Vergangenheit verstorbene Welpen nicht mit Sicherheit auf die Krankheit untersucht werden, da  hierfür Blut vom lebenden Tier benötigt wurde, bevor es den nun neu entwickelten Gentest gab. Deshalb ist es ungewiss, wieviele SWHs tatsächlich  betroffen sind.

Für die Zucht des Saarlooswolfhondes ist es also sehr wichtig, daß in Zukunft alle Hunde, die zur Zucht eingesetzt werden sollen oder  bereits eingesetzt werden, auf das Gen zu testen bei denen, deren Eltertiere nicht beide frei waren. Nur so kann die Krankheit eliminiert werden. Bei Hunden, die nicht für die Zucht verwendet werden, könnte man auf  den Test verzichten, allerdings vergibt man damit eine wertvolle Chance, einen umfassenden Überblick über die Belastung der Gesamtpopulation mit dem defekten  Gen zu bekommen.

Sind beide Elterntiere frei von dem defekten Gen, müssen die Nachkommen nicht mehr getestet werden, da sie automatisch auch frei sind.

Stellt sich heraus, daß ein Saarlooswolfhond Träger des Gens ist, kann er dennoch für die Zucht eingesetzt werden, vor allem, wenn er besondere Qualitäten hat oder vom Stammbaum her wichtig für die Zucht ist.  Träger zu sein belastet den Hund nicht im geringsten, er ist kerngesund. Allerdings kann er die Krankheit vererben, darum sollte ein Träger aufgrund des  rezessiven Erbganges nur mit einem „freien“ Hund (also keinem Träger) verpaart  werden. Damit wird verhindert, daß die Nachkommen erkranken. Die Nachkommen  einer solchen Verpaarung müssen vor einem Zuchteinsatz jedoch wiederum getestet werden, da es sein kann, daß darunter Träger sind. 

Eine „Träger x Träger“ Verpaarung bringt mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% erkrankte Nachkommen hervor, daher ist von solchen Verpaarungen dringend abzuraten.

Wenn Sie Welpeninteressent sind, erkundigen Sie sich bitte beim Züchter, ob beide Elterntiere getestet sind oder ob die Elterntiere frei waren und lassen Sie sich die entsprechende Nachweise zeigen.

Optimal ist natürlich eine Verpaarung zweier Tiere, die frei von dem Defektgen sind – denn so wird das Gen mehr und mehr zurückgedrängt, was das Ziel selektiver Zucht sein sollte. Allerdings ist es schwierig zwei Saarloos Wolfhunde zu finden, die von allen frei sind, ansonsten auch gute Gesundheitsergebnisse haben, von den Ahnen her zusammen passen etc.

Bei Laboklin kann ein entsprechender Gentest durchgeführt werden. Infos über Erbkrankkeiten beim Hund kann man bei Laboklin nachlesen.

Degenerative Myelopathie

Seit Juli 2009 ist bekannt, daß ein Gentest für Degenerative Myelopathie beim Saarlooswolfhond verfügbar ist. Den Test gibt es wohl bereits seit 2008, jedoch wurde erst im Juli 2009 von einem belgischen Züchter (van het Callandshof) zum ersten Mal ein Saarlooswolfhond getestet, der Symptome dieser Krankheit zeigte. Durch diesen Test wurde bestätigt, daß auch beim SWH dieses Defektgen existiert und es somit notwendig ist, zumindest alle Zuchttiere zu testen, um die Krankheit in der Rasse zu bekämpfen. Die Krankheit gibt es bei alle Rassen und deren Mischlinge und gilt auch als Alterserkrankung, weil sie meist recht spät auftritt, oft erst im Alter von 10 Jahren oder später, aber auch schon im Alter von ca. 8 Jahren, seltener aber früher. Die Nervenhüllen im Rückenmark werden zerstört und somit sterben nach und nach die Nerven ab, was Lähmungen zur Folge hat. Dabei hat der Hund keine Schmerzen. DM kann man leider nicht therapieren. 

Degenerative Myelopathie ist eine Erbkrankheit, welche sich wie PRA autosomal rezessiv vererbt. Das bedeutet, daß beide Elterntiere Träger eines defekten Gens sein müssen, um Nachkommen zu zeugen, die erkranken können. Bei einer solchen Verpaarung besteht die Wahrscheinlichkeit, daß 25% der Nachkommen erkranken, 25% frei vom Defektgen und 50% Träger des Defektgenes  sind. Wenn nur ein Elternteil Träger ist, so können die Nachkommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auch Träger der Krankheit sein, erkranken aber nicht. Wenn kein Elternteil Träger des Gens ist, so sind auch alle Nachkommen frei vom Defektgen und gesund. Ist ein Elternteil erkrankt und das andere frei von dem Gen, sind alle Nachkommen gesund, aber Träger des Genes. Mehr Informationen zum Erbgang finden Sie weiter unten. Der Erbgang von PRA ist eins zu eins auf den Erbgang von DM übertragbar.

Es gibt drei Genotypen:

1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieser Hund trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko  an DM zu erkranken. Er kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.

2. Genotyp N/DM (heterozygoter Träger): Dieser Hund trägt eine Kopie des mutierten Gens. Er hat ein  extrem geringes Risiko an DM zu erkranken, kann die Mutation aber mit  einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an seine Nachkommen weitergeben. Ein  solcher Hund sollte nur mit einem DM mutationsfreien Hund verpaart  werden.

3. Genotyp DM/DM (homozygot  betroffen): Dieser Hund trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat  ein  hohes Risiko an DM zu erkranken, jedoch kann es auch sein, daß er gesund bleibt. D.h. nicht alle betroffenen Hunde erkranken auch tatsächlich, doch die Forschung ist noch nicht so weit um zu sagen, welche Gründe es dafür gibt. Man vermutet, daß es entweder vom genetischen Milieu abhängt, d.h. von anderen Genen abhängt, oder auch von Umweltfaktoren. Ein homozygot betroffener Hund wird jedoch die Mutation zu 100  % an seine Nachkommen weitergeben und sollte nur mit einem DM  mutationsfreien Hund verpaart werden.

Beim Gentest können Träger des defekten Gens eindeutig  identifiziert werden. Der Anteil an DM-Trägern ist beim SWH nach momentanem Stand ziemlich hoch (> 50%, Stand 2010).  

Für die Zucht des Saarlooswolfhondes ist es also sehr wichtig, daß in Zukunft alle Hunde, die zur Zucht eingesetzt werden sollen oder bereits eingesetzt werden, auf das Gen zu testen. Nur so kann die Krankheit eliminiert  werden. Bei Hunden, die nicht für die Zucht verwendet werden, könnte man auf  den Test verzichten, allerdings vergibt man damit eine wertvolle Chance, einen  umfassenden Überblick über die Belastung der Gesamtpopulation mit dem defekten  Gen zu bekommen.

Sind beide Elterntiere frei von dem defekten Gen, müssen die  Nachkommen nicht mehr getestet werden, da sie automatisch auch frei sind.

Stellt sich heraus, daß ein Saarlooswolfhond Träger des Gens  ist, kann er dennoch für die Zucht eingesetzt werden, vor allem, wenn er  besondere Qualitäten hat oder vom Stammbaum her wichtig für die Zucht ist. Träger zu sein belastet den Hund nicht im geringsten, er ist kerngesund.  Allerdings kann er die Krankheit vererben, darum sollte ein Träger aufgrund des  rezessiven Erbganges nur mit einem „freien“ Hund (also keinem Träger) verpaart  werden. Damit wird verhindert, daß die Nachkommen erkranken. Die Nachkommen einer solchen Verpaarung müssen vor einem Zuchteinsatz jedoch wiederum getestet werden, da  es sein kann, daß darunter Träger sind.

Wenn Sie Welpeninteressent sind, erkundigen Sie sich  bitte beim Züchter, ob beide Elterntiere getestet sind oder frei sind und lassen Sie sich die entsprechenden Nachweise zeigen!

Optimal ist natürlich eine Verpaarung zweier Tiere, die frei  von dem Defektgen sind – denn so wird das Gen mehr und mehr zurückgedrängt, was das Ziel selektiver Zucht sein sollte.

Bei Laboklin kann ein entsprechender Gentest durchgeführt werden. Infos über Erbkrankkeiten beim Hund kann man bei Laboklin nachlesen.

Augenkrankheiten

Der Aufbau des Auges eines Hundes ist mit dem Auge  des Menschen nahezu identisch:     

 


Wie bei vielen anderen Hunderassen gibt es auch beim Saarlooswolfhond Augenkrankheiten, die züchterisch bekämpft werden müssen. Um dies zu gewährleisten und das Risiko solcher Erkrankungen zu minimieren, schreibt der VDH eine Augenuntersuchung vor, ohne die keine Zuchtzulassung möglich ist. Einen Gentest gibt es leider in diesem Bereich nicht oder noch nicht.







Ein Auszug aus den VDH-Zuchtzulassungsbestimmungen hierzu:

2.6.  Augenuntersuchung

Eine   Augenuntersuchung ist nach den Vorgaben des VDH nachzuweisen. Für die   Augenuntersuchung sind nur hierfür entsprechend ausgebildete Tierärzte   zugelassen, welche bei der VDH-Zuchtbuchstelle zu erfragen sind. Der zur Zucht zuzulassende Hund muss frei sein von allen genetisch bedingten Augenerkrankungen  (z.B. PRA, CEA, RD, PHTV, PHPV, Katarakt). Eine Untersuchung ist frühestens mit  12 Monaten durchführbar.
Die Untersuchung darf  zum Zeitpunkt der Beantragung der ZZL nicht älter als drei Monate sein.
Die Untersuchung hat  ein Jahr Gültigkeit und ist regelmäßig zu wiederholen, spätestens jedoch vor  einem erneuten Zuchteinsatz. Dies ist unaufgefordert vom Züchter nachzuweisen,  da andernfalls die ZZL erlischt.

Die  entsprechend ausgebildeten Tierärzte, welche diese Untersuchung durchführen dürfen, gehören dem sogenannten „Dortmunder Kreis“, abgekürzt DOK, an. Der DOK  ist die Gesellschaft für Diagnostik genetisch bedingter Augenerkrankungen.  Diese Tierärzte haben sich auf Augenkrankheiten spezialisiert und eine  spezielle Ausbildung hierfür absolviert. Mehr Informationen über den DOK finden Sie hier: http://www.dok-vet.de/ .  

Sie unterschiedlichen Augenkrankkeiten sind:     

PRA - Progressive Retina Atrophie:
Generalisierte Progressive  Retina Atrophie (gPRA) ist eine vererbliche Augenkrankheit beim Hund und hat zur Folge, daß nach und nach die Sehsinneszellen in der Netzhaut (Retina) des  Hundes zugrunde gehen. Erste Anzeichen für die Erkrankung ist Nachtblindheit, im Endstadium ist Blindheit die Folge. Beim SWH gibt es zwei Formen der PRA, eine frühe, die etwa zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr bereits zur Blindheit führen kann und eine spätere Form, welche sehr langsam fortschreitet und deswegen nicht unbedingt zur völligen Erblindung führt. Die frühe und die späte Form der PRA sind vermutlich wie zwei verschiedene Erkrankungen zu behandeln, da es Mutationen der Krankheit sind. In Deutschland gibt es beim Saarlooswolfhond zu diesem Zeitpunkt (Januar 2008) zwei aktuelle PRA-Fälle der frühen Form. In der Vergangenheit waren jedoch mehrere Fälle bekannt. Daher  kennt man auch einige Träger dieser Krankheit. Auch wenn dies wenig erscheinen  mag - angesichts der kleinen Population und des hohen Inzuchtgrades des SWH ist  hier Handlungsbedarf angesagt!
 Es gibt ein Forschungsprojekt in Bochum, um das PRA-Gen bei verschiedenen betroffenen Rassen zu finden. Um die PRA-Forschung zu unterstützen, kann man Blut oder ein Auge (wenn das Tier verstorben ist) von erkrankten Tieren inklusive der Ahnentafel des Tieres an  die Uni Bochum schicken. Die GKF unterstützt die Forschungen finanziell und man kann dort Mitglied werden oder für einen bestimmten Zweck spenden. Die Spendengelder treiben die Forschung weiter voran.
Die Diagnose der PRA sollte  von einem auf Augenkrankheiten spezialisierten Tierarzt durchgeführt werden, welcher den sogenannten "Dortmunder Kreis" auch DOK genannt angehört. Augentropfen erweitern sehr stark die Pupille des Hundes, was dem Tierarzt mit  Hilfe eines sogenannten Ophthalmoskops ermöglicht, die Netzhaut zu untersuchen. Ist ein Hund erkrankt, kann der Tierarzt folgende Veränderungen am Auge  feststellen: 

Liegt ein Verdacht vor, daß  der Hund an PRA erkrankt ist, kann durch ein ERG (Elektroretinogramm) die  Diagnose gesichert werden. Dabei werden elektrische Ströme der Retina gemessen  – sind diese Ströme vermindert oder gar ausgelöscht, liegt eine Erkrankung vor.   Für diese Untersuchung muß der Hund jedoch in Narkose gelegt werden. Diese  Methode eignet sich auch zur Frühdiagnostik bevor überhaupt klinische Merkmale  der Krankheit auftreten.   

PRA ist beim Saarlooswolfhond nach momentanem Erkenntnisstand eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, d.h. nur wenn beide Elterntiere mindestens ein defektes Gen  tragen, können auch die Nachkommen erkranken. Im folgenden wird der rezessive Erbgang erklärt:
    
  "G" bedeutet, es handelt sich um ein gesundes Gen
  "p" bedeutet, es ist ein PRA-Gen (defektes Gen).
  
  Jedes Tier besitzt ein Genpaar. Somit bedeutet:
  „GG“: das Tier ist gesund und kein Träger des defekten Genes.
  „Gp“: das Tier ist Träger des defekten Genes, jedoch selbst nicht erkrankt.
  “pp“: das Tier hat zwei defekte Gene und ist somit an PRA erkrankt.

Wenn man das Gen kennen würde, so könnte man auch mit Trägern züchten - man müßte sie nur mit Nicht-Trägern verpaaren. Dies wäre  ein Segen für die Rasse, denn man könnte gezielt züchten ohne ein PRA-Risiko  einzugehen. Träger des defekten Gens erkranken  nicht an PRA und haben keinerlei Probleme oder Nachteile.      

Wenn ein Hund bis zum 6,5 Jahren ein PRA hat, wird er es auch nicht mehr bekommen - laut DOK Augenarzt. D. h. wiederrum, dass es eigentlich sehr gut wäre einen alten Rüden zu nehmen bei dem es klar ist, dass er PRA nicht hat und somit auch nicht vererben kann. Leider gibt es nur wenig ältere Rüden, die bis zu dem Alter nicht schon viermal oder mehr gedeckt haben und das wiederrum ist schlecht für die Genvielfalt. Hinzu kommt, dass viele Angst vor einem alten Rüden haben - das er eventuell nicht mehr zeugungsfähig ist.

Links zur PRA-Forschung:
- Forschungsprojekt gPRA
- Bochumer Wissenschaftlerinen erforschen Ursachen der Netzhauterkrankung
- DOK Dortmunder Kreis

Katarakt:
Katarakt ist eine medizinische Bezeichnung für jegliche Trübung der Linse und ist landläufig auch als Grauer Star bekannt. Der Graue Star geht einher mit einer Trübung der Linse  im Auge. Die Trübung kann unterschiedliche Ausmaße annehmen. Je nach Ausbreitung der Linsentrübung wird das Sehvermögen eingeschränkt – bei völliger Trübung der Linse führt es sogar zur Erblindung.
Die Ursache für einen Katarakt kann verschiedenen Ursprungs sein: Entzündungen, Diabetes mellitus, Verletzungen,  Vergiftungen und vor allem erbliche Faktoren sind hier zu nennen. Im Alter gibt  es im Auge oftmals Veränderungen, die zu einer Graufärbung der Linse führen, was aber ein normaler Prozess ist und das Sehen nicht oder kaum beeinträchtigt.  Er wird als Kernsklerose bezeichnet und oft mit einem Grauen Star verwechselt. Sehr selten gibt es echte „senile Katarakte“, die aus der Kernsklerose heraus  entstehen können.

Die häufigste Ursache des Katarakts ist Vererbung und dies wird a priori angenommen, so lange nichts anderes bewiesen ist. Der Erbgang ist noch nicht sicher geklärt, aber im Allgemeinen wird angenommen, daß es rezessiv vererbt wird und somit würden die Graphiken zur Vererbung der PRA – siehe oben – ebenso für Katarakt zutreffen.

Katarakt  ist ohne Operation nicht behandelbar, auch kann man das Fortschreiten der Krankheit medikamentös nicht verhindern, jedoch sind die Prognosen bei einer OP  sehr gut. Die Operationsmethode der Wahl ist die sogenannte Phakoemulsifikation  (PE). Bei der PE wird unter Vollnarkose mit Ultraschall die kataraktöse Linse  zertrümmert und gleichzeitig abgesaut. Die Linse wird dann durch eine  künstliche Linse ersetzt.Die  Diagnose erfolgt, ebenfalls wie bei PRA, zum einen durch das Betrachten des Auges mit einem Ophthalmoskop. Bevor eine Operation erfolgen kann, muß darüber hinaus durch ein Elektroretinogramm  (ERG), bei dem die  Ströme im Auge gemessen werden, die Funktion der Retina gesichert werden – nur  dann kann eine OP zum Erfolg führen.

Beim Saarlooswolfhond  sind einige Kataraktfälle bekannt, bei den meisten Saarlooswolfhonds stagniert diese Erkrankung jedoch in einem bestimmten Stadium und führt oft nie zu Erblindung, so daß der Hund gut damit leben kann. Nur sehr wenige SWHs sind wegen Katarakt völlig erblindet.     

Weitere  Augenkrankheiten:    

Es gibt weitere Augenkrankheiten beim SWH, welche diagnostiziert wurden, aber züchterisch für die Gesamtpopulation kein wirkliches Problem darstellen, da sie sehr selten vorkommen, teilweise nur Einzelfälle sind:

Microphtalmie:
Zu kleine, unterentwickelte Augäpfel. Mir ist beim SWH kein Fall bekannt.

Distichiasis:
Bei der Distichiasis handelt es sich um wimpernartige, feine Haare, welche aus den Talgdrüsen des Lidrandes heraus in Richtung des Auges wachsen. Die fehlgestellten Wimpern können auf der Hornhaut reiben und somit für das Tier einen ständigen Reiz verursachen. Es gibt bei SWH vereinzelte Fälle.

Korneadystrophie:
Bei der Korneadystrophie handelt es sich um Ablagerungen von kalk- und fetthaltigen Stoffwechselprodukten in den oberen und/oder den tiefen Hornhautschichten, die meistens beidseits auftreten. Sie stellen sich als punktförmige bis zu ringartig weiß glänzende Trübungen dar. Meist befinden sich die Trübungen der Mitte der Hornhaut. In der Regel führt diese Art der Hornhauttrübung weder zu Schmerzen oder zu Entzündungen. In seltenen, stark ausgeprägten Fällen können Seheinschränkungen auftreten.
Die Dystrophie der Hornhaut ist die Folge einer Stoffwechselstörung hinsichtlich des Fett-, seltener auch des Kalziumstoffwechsels. Hierbei kann es sich um eine rein lokale, also nur auf die Hornhaut beschränkte Störung handeln. In einigen Fällen besteht auch eine generelle Stoffwechselimbalance des Tieres, welche durch erhöhte Blutwerte (z. B. Cholesterin, Triglyceride, Kalzium) nachgewiesen werden kann. In vielen Fällen besteht ein direkter Zusammenhang mit der Fütterungsart der betroffenen Tiere. Eine Öl- oder fettreiche Fütterung, vermehrte Fütterung von Pansen und Frischfleisch, sowie Futter mit sehr hohem Energiegehalt können bei Hunden mit einer so genannten Fettintoleranz zum Bild der Hornhautdystrophie führen.
Beim SWH gibt es vereinzelte Fälle, was jedoch nicht zuchtausschließend ist, da beim SWH keine Erblichkeit bekannt ist.

Linsenluxation:
Die Linsenluxation oder Linsenektopie ist eine Verlagerung (= Ektopie) der Augenlinse in die vordere Augenkammer oder in den Glaskörperraum. Dies kann teilweise oder vollständig geschehen. Mir ist beim SWH kein Fall bekannt.

Retinadysplasie:
Fehlbildung im Bereich der Netzhaut (Retina). Es gibt bei SWH vereinzelte Fälle.

Schäferhundkeratitis:
Chronisch verlaufende Entzündung der Hornhaut. Es gibt bei SWH vereinzelte Fälle.

Glaukom:
Grüner Star. Mir ist beim SWH kein Fall bekannt.

Folgendes sind keine Augenkrankheiten in dem Sinne:

Conjunktivitis Follicularis:
Die Conjunktivitis Follicularis ist eine besondere Form der Bindehautentzündung. Sie ist gekennzeichnet dadurch, dass sich auf der Innenfläche der Nickhaut stecknadelkopfgroße, harte, glasige Bläschen bilden, die wie Sand auf der Hornhaut kratzen und das Auge ständig reizen. Starker Tränenfluß, Rötung und Zwinkern sind die Folge. Viele Junghunde haben damit Probleme, es ist dann die juvenile Form und züchterisch unbedenklich, da es einfach eine typische "Jugendkrankheit" ist, die folgenlos ausheilt.

Verstopfte / enge Tränenkanäle:
Verstopfte oder zu enge Tränenkanäle führen zu tränenden Augen und haben Tränenspuren zur Folge. Dies hat normalerweise nur einen kometischen Nachteil.

 


Gelenkserkrankungen

Beim Saarlooswolfhond stellen Gelenkserkrankungen kein Problem dar, dennoch soll  hier insbesondere auf die Hüftgelenksdysplasie eingegangen werden, da eine gesunde Hüfte Voraussetzung für die Zucht ist und die Untersuchung auf diese  Krankheit notwendig ist, um die Zuchtzulassung zu bekommen. 

Hüftgelenksdysplasie (HD):

Das Wort  Dysplasie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den beiden Worten dys  = schlecht und plasia = Formgebung zusammen. Die Hüftgelenkdysplasie (HD) des Hundes ist eine erblich (mittlerweile ist bestätigt, dass es nicht nur erblich ist - siehe unten) bedingte Fehlbildung des Hüftgelenks, bei der ein- oder  beidseitig die Hüftgelenkpfanne und der Oberschenkelkopf nicht zueinander passen. Es kann zu entzündlichen und degenerativen Veränderungen kommen und  daraus eine Arthrose entstehen. Wenn die Hüftgelenkspfanne so stark deformiert  bzw. abgeflacht ist, daß der Oberschenkelkopf keinen ausreichenden Halt mehr  findet, kann es sogar zu Luxationen oder Subluxationen kommen, d.h. der  Oberschenkelkopf springt aus der Pfanne.

Eine HD  entwickelt sich innerhalb des ersten bis zweiten Lebensjahres eines Hundes und  ist nicht angeboren. Je nach Schweregrad der HD zeigt der Hund keine bis starke Symptome, die vielfältiger Natur sein können, wie z.B. Probleme beim Aufstehen,  schwankender instabiler Gang, Schleifen der Zehen auf dem Boden, Muskelschwund  in den Hintergliedmaßen, Lahmheit etc. Bei sehr schwerer HD können sich sogar   Knorpelstückchen vom Gelenk lösen, welche dann in den Gelenkspalt gelangen  können und dadurch starke Schmerzen verursachen.

Die  Vererbung der Hüftgelenksdysplasie ist bis dato noch nicht geklärt. Man geht  davon aus, daß es polygen vererbt wird, d.h. es sind mehrere Defektgene für eine Erkrankung verantwortlich, wobei die Schwere der HD einhergeht mit der Anzahl der Defektgene, welche ein Hund hat – man spricht hier auch von additiver Vererbung. Weiterhin haben Ernährung und Umwelteinflüsse eine vermutlich nicht  zu unterschätzende Auswirkung. Somit hängt die Ausprägung der HD von mehreren  Faktoren ab, was züchterisch sehr schwer zu bekämpfen ist. Viele  Rassezuchtvereine setzen hierfür eine Zuchtwertschätzung ein.

Die  Diagnose muß durch eine Röntgenaufnahme erfolgen. Der Hund muß dabei auf dem  Rücken gelagert werden, die Beine werden gerade nach hinten ausgestreckt. Für  die offzielle HD-Auswertung für die Zuchtzulassung schreibt der VDH in der  Zuchtordnung hierbei eine ausreichende Sedierung (Narkose) vor. Die Auswertung  des Röntgenbildes übernimmt ein HD-Gutachter, der vom VDH gestellt wird.

Bei der Beurteilung der  Hüfte finden zwei Hauptkriterien besondere Bedeutung: 

Als zusätzliche Kriterien werden entzündliche  Veränderungen am Gelenk und natürlich auch das Alter des Tieres berücksichtigt.       

Die Schwere der Erkrankung wird in verschiedene Grade (HD-Status) wie folgt eingeteilt:         

Die HD-Grade werden oftmals noch weiter unterteilt in A1, A2, B1, B2, C1, C2, D1,  D2, E1 und E2 um noch eine feinere Abstufung und Beurteilung zu erreichen. HD  A1 wäre somit eine perfekte Hüfte. Bis inklusive HD C2 bekommt der Saarlooswolfhond Zuchtzulassung und es kann mit ihm gezüchtet werden - natürlich nur mit Verpaarung HD A. Hunde mit HD C2 haben keinerlei Schwierigkeiten und werden nicht behandelt. Leider verstehen viele die Auflistung vom VDH falsch und meinen, dass Hunde mit HD C bereits Schwierigkeiten haben, weil oben steht "leichte HD".       

Die Behandlungsmethoden variieren je nach Schweregrad der Erkrankung und nach  Symptomatik. Man kann medikamentös behandeln und dies durch Physiotherapie unterstützen sowie Nahrungszusätze geben, die den Knorpelaufbau unterstützen.  Als Medikamente kommen entzündungshemmende Schmerzmittel und auch Cortison in  Frage. Allerdings ist diese Behandlungsmethode rein symptomatisch und beseitigt  nicht die Ursache.
Es gibt  auch die Möglichkeit diverser Operationen. Ursächlich beheben kann man eine HD  jedoch nur durch die Implantation von Totalendoprothesen (künstliche Hüftgelenke) – diese OP sollte nur ein sehr erfahrener Tierarzt machen. Andere OP-Methoden  wie Denervation, Goldimplantation, Durchtrennung des Musculus Pectineus,   Femurkopfresektion und noch einige andere sind auch möglich – jedoch mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten. Prinzipiell muß individuell für den konkreten Fall entschieden werden, welche Behandlungsmethode geeignet ist, hierbei empfiehlt es sich immer, mehrere tierärztliche Meinungen einzuholen.

Ebenso wie bei den Augenkrankheiten schreibt der VDH eine Untersuchung auf Hüftgelenksdysplasie vor, ohne die keine Zuchtzulassung  möglich ist.           

Ein Auszug aus den VDH-Zuchtzulassungsbestimmungen hierzu:

2.5. Untersuchung auf Hüftgelenks-Dysplasie (HD)

Die Röntgenaufnahme darf frühestens ab dem 15. Lebensmonat erstellt werden. Hierfür ist das vom VDH erstellte Formular zu benutzen.
Die Auswertung erfolgt durch die zentrale Auswertungsstelle  des VDH. Hunde mit dem Auswertungsergebnis "HD-A" oder  "HD-B" können zur Zucht zugelassen werden. Hunde mit dem HD-Status "C" unterliegen einer Paarungseinschränkung und dürfen nur mit Partnern verpaart werden, die mit HD-A ausgewertet sind. In Ausnahmefällen ist auf Antrag auch die Anpaarung mit  Partnern möglich, welche mit HD-B ausgewertet sind. Die Zucht mit Hunden, die mit "HD-D" und  "HD-E" ausgewertet wurden, ist verboten.

Von der  HD betroffen können alle Hunderassen und deren Mischlinge sein, wobei die  Disposition von Rasse zu Rasse unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Der Deutsche Schäferhund ist hierbei wohl die bekannteste betroffene Rasse. Im Allgemeinen sind große Hunde stärker betroffen als kleine Hunde. Speziell beim Saarlooswolfhond stellt die HD bislang kein seriöses Problem in der Zucht dar. Der Großteil der SWHs haben HD A, einige haben HD B und wenige HD C. Schwerere  HD-Grade sind bislang kein Thema.

Link bezüglich HD von der GRSK e.V. - Gesellschaft für Röntgendiagnostik

Populationsgenetische Analysten zur Hüftgelenktsdysplasie
Dies ist eine Studie über HD - Beispiel ist die Rasse Rottweiler - ist jedoch bei anderen Rasse genauso
MaimerEva-2003-12-18.pdf (4.99MB)
Populationsgenetische Analysten zur Hüftgelenktsdysplasie
Dies ist eine Studie über HD - Beispiel ist die Rasse Rottweiler - ist jedoch bei anderen Rasse genauso
MaimerEva-2003-12-18.pdf (4.99MB)

                     

Ellbogendysplasie:         

Die Ellbogendysplasie ist,  ähnlich wie bei der HD, eine Miss- oder Fehlentwicklung im Bereich des Ellbogengelenks, welche durch das nicht Zusammenpassen der gelenkbeteiligten Knochen zu einer Erkrankung des Gelenks führt. Diese kann von verschiedenen Ursachen ausgelöst  werden: Einerseits gibt es eine genetische Komponente, welche dazu führen kann,  dass die verschiedenen am Ellbogengelenk beteiligten Knochen miss- oder  fehlgebildet werden. Andererseits gibt es überlastungs- oder unfallbedingte Ursachen für eine Ellbogendysplasie. Die Diagnose erfolgt mittels einer Röntgenaufnahme. Auch hier ist der Erbgang  polygen und der genaue Erbgang ist auch hier nicht bekannt. Auf die erbliche Ellbogendysplasie wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen, da sie beim  Saarlooswolfhond so gut wie nicht vorkommt und somit züchterisch kein Problem darstellt. Der  VDH schreibt die Untersuchung der Ellbogen für die Zuchtzulassung nicht vor.

Osteochondrose bzw. Osteochondrosis dissecans:

Die OCD ist eine häufige Skelettentwicklungsstörung rasch wachsender Hunde mittelgroßer und großer Rassen im Alter von 5 -  12 Monaten. Es handelt sich bei der OCD um eine Erkrankung des Gelenkknorpels. Ursache hierfür ist eine Knorpelwachstumsstörung, bei  der es zur Ablösung eines Knorpelstücks samt darunterliegendem  Knochengewebe kommt. Die so entstandene Knorpelschuppe, auch  "Gelenkmaus" genannt, kann den normalen Bewegungsablauf des betroffenen  Gelenks stören, Schmerzen verursachen und Entzündungen hervorrufen.  Lahmheit und vermehrte Gelenkfüllung sind die Folgen.
OCD kommt im Schulter-, Ellbogen-, Sprung- und Kniegelenk vor.                                                          

Die OCD gilt als eine multifaktorielle Erkrankung,  in der Vererbung und Ernährung, vor allem übermäßige Energie- und  Kalziumzufuhr, eine bedeutende Rolle spielen. Auch hormonelle  Inbalanzen und Traumata kommen als Ursache in Frage. Beim SWH gibt es vereinzelte Fälle von OCD, stellt somit züchterisch kein Problem dar.

Epilepsie                                                            

Epilepsie bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem wiederholt  Krampfanfälle (epileptische Anfälle) auftreten, welche nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache  hervorgerufen wurden. Es gibt verschiedene Formen der Epilepsie, sie  kann vererbt (primäre oder auch idiopathische Epilepsie) oder auch erworben sein (sekundäre Epilepsie).
                                                                
Primäre Epilepsie tritt in der Regel zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr zum ersten Mal auf. Ein Tier, das noch kein Jahr alt ist und bereits Anfälle hat, hat höchstwahrscheinlich keine primäre Epilepsie. Eine primäre Epilepsie kann nur dann sicher diagnostiziert werden, wenn eine sekundäre ausgeschlossen worden ist. Siehe hierzu auch Epilepsie beim Hund.
Der Erbgang variiert von Rasse zu Rasse und ist meist unbekannt und kompliziert (polygen). Beim SWH ist der Erbgang ebenfalls nicht bekannt. Die Krankheit kommt beim SWH in verschiedenen Linien immer mal wieder vor. Die Häufigkeit der Erkrankungen in der SWH Population dürfte zwischen 1% und 2 % liegen nach einer Untersuchung des niederländischen Vereins AVLS.
Leider werden die betroffenen Hunde meist nicht weiter untersucht, um der Ursache der Erkrankung näher auf den Grund zu gehen, sondern nur ein Blutbild gemacht, was jedoch nicht ausreicht. Natürlich ist dies auch eine sehr kostspielige Angelegenheit. Dennoch ist ohne gewisse Untersuchungen keine sichere Aussage möglich, ob es sich um primäre Epilepsie (also mit erblicher Komponente) oder sekundärer Epilepsie (nicht erblich) handelt. Diese Krankheit hat viele Gesichter und kann sehr viele verschiedene sekundäre Ursachen haben, wie z.B. Gifte, Stoffwechselerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Pilzerkrankungen, Traumas, Impfungen, Erkrankung des Gehirns durch Zecken (Hirnhautentzündung) und vieles mehr.
Um eine erbliche Epilepsie auszuschließen, ist eine Ausschlußdiagnose notwendig, welche hämatologische, biochemische, kardiologische und vor allem neurologische Untersuchungen   beinhaltet. Auch eine Hirnwasseruntersuchung sowie MRT und CT können wichtig für die Diagnose sein.

Zwei interessante Links zu Epilepsie mit genauen Informationen zur Erblichkeit, Diagnose und Therapie:

                                                              Epilepsie-Fibel für Hundehalter
                                                              Epilepsie beim Hund                                                              

Sonstige Krankheiten

Es gibt  diverse weitere Krankheiten oder Auffälligkeiten, die beim Saarlooswolfhond  vorkommen können, aber nicht sehr häufig auftreten. Dennoch müssen sie  züchterisch beachtet werden. Im folgenden eine Aufzählung dieser Krankheiten,  ohne Anspruch auf Vollständigkeit:      

Fortpflanzungsstörungen:
Fortpflanzungsstörungen  können vielfältiger Natur sein, beim Rüde z.B. Unfruchtbarkeit, Deckunlust,  schlechte Samenqualität, bei der Hündin Unfruchtbarkeit, Zyklusstörungen, Leerbleiben, Resorbtion, Aborte, Geburtsprobleme wie Wehenschwäche oder zu enges Becken (Notwendigkeit eines Kaiserschnittes), Instinktverlust, Einfrüchtigkeit. Die Ursache ist oftmals nicht klar, zum einen können sie durch  eine Krankheit wie z.B. Schilddrüsenprobleme bedingt sein, zum anderen auch  eine Folge von Inzuchtdepressionen sein oder auch vererbt sein. Sind deutliche  Fortpflanzungsstörungen bei einem Hund vorhanden, sollte dieser nicht weiter in  der Zucht eingesetzt werden um zu verhindern, daß sie an die Nachkommen  weitergegeben werden und diese dann ebenfalls Probleme haben, sich  fortzupflanzen.

Megaösophagus:
Megaösophagus  bedeutet, dass sich die Speiseröhre zu einem schlaffen Sack ausgeweitet hat,  der keine normale Muskelaktivität zeigt. In einigen Fällen kann es zu einer  massiven Vergrößerung kommen (dadurch der Zusatz „mega“). Abgeschlucktes Futter und Wasser bleiben in der Speiseröhre stecken. Die Krankheit wird meist zu dem  Zeitpunkt erkannt, wenn die Welpen von flüssiger auf feste Nahrung übergehen. Ein Welpe mit Megaösophagus kann die feste Nahrung nicht verdauen, da sie nicht  oder nur zum Teil in den Magen gelangt. Ein solcher Welpe erbricht die unverdaute Nahrung und nimmt nicht oder nur gering an Gewicht zu. Leider müssen  diese erkrankten Welpen meistens eingeschläfert werden.

Zahnprobleme:
Zahnprobleme sind bei allen Rassen und Mischlingen weit verbreitet wobei die Vererblichkeit  nicht immer sicher ist. Beim SWH gibt es u.a.:

Myopathie:
Muskelerkrankungen  werden als Myopathien (griechisch „Muskelleiden“) bezeichnet. Die  Hunde zeigen Muskelschwäche und Lahmheit, bewegen sich langsam und steif  vorwärts, so dass eher eine Gelenkerkrankung vermutet wird. Der klinische  Verdacht auf das Vorliegen einer Myopathie kann unter anderem durch die Elektromyographie erhärtet und in einer Muskelbiopsie bestätigt werden. Beim SWH gibt  es bislang keinen gesicherten Beweis für diese Krankheit mangels eindeutiger  Diagnosen, jedoch den Krankheitsverdacht.

Myasthenia gravis:
Leicht zu  verwechseln mit der oben genannten Myopathie ist die Myasthenia gravis  (deutsch: schwere Muskelschwäche) eine seltene neurologische Erkrankung, deren charakteristisches Kennzeichen eine belastungsabhängige  Muskelschwäche ist, die sich in Ruhe wieder bessert. Sie macht sich durch eine  schnelle Ermüdbarkeit bei wiederholten Bewegungen bemerkbar.

Cauda equina Kompressions Syndrom:
Die Cauda equina (lat. Pferdeschweif) ist das hinterste Segment des Rückenmarks und bezieht  sich auf die zahlreichen, in diesem Bereich pferdeschweifartig austretenden Nerven. Ist die Wirbelsäule nun in diesem Bereich aus irgendeinem Grund  instabil oder liegt z.B. ein Bandscheibenvorfall vor o.ä. werden diese Nerven gequetscht was zu deren langsamen Absterben führt. Folge davon sind Schmerzen,  Beeinträchtigung der Blasen- und Darmfunktion sowie der Rutenfunktion, Lähmungserscheinungen der Hintergliedmaßen etc. Unter einem Syndrom versteht  man in der Medizin eine Zusammenfassung von Krankheiten, die häufig  gemeinsam vorkommen, unter Umständen aber verschiedene Ursachen haben können.

Canine Ceroid Lipofuscinosis (CCL) / Neuronale Ceroid Lipofuscinosis  (NCL):
Ceroid Lipofuscinosis (CL) ist eine metabolische, d.h.  stoffwechselbedingte Krankheit, die die Nervenzellen des Körpers beeinflusst  und wird auch als Speicherkrankheit bezeichnet. Die Krankheit wird durch das  Fehlen von einem Enzym verursacht, durch das sich ein Stoffwechselabfallprodukt (Ceroid Lipofuscin) in den Körperzellen ansammelt. CL verläuft chronisch   progressiv. Die Symptome sind Verhaltensänderungen wie Hyperaktivität, Angst,  Aggressivität aber auch physische Veränderungen wie abnormaler Gang, Einknicken  der Hinterhand etc. Oft wird diese Erkrankung mit Epilepsie verwechselt. Die  Krankheit ist nicht heilbar und nur nach dem Tode diagnostizierbar.
Beim SWH gibt es noch keine gesicherten Nachweise für CCL/NCL, es gab aber in  der Vergangenheit wenige Fälle, bei denen die Symptomatik zu dieser Krankheit  passen würde, nach dem Tode des Tieres aber keine Diagnostik vorgenommen wurde.

Gaumenspalte:
Die Gaumenspalte ist eine angeborene Fehlbildung des Gaumens (Spalt im  Gaumen) und wird auch „Wolfsrachen“ genannt. Eine Gaumenspalte kann bereits im  Welpenalter durch einen kieferchirurgischen Eingriff verschlossen und damit die  physiologische Futteraufnahme wieder erreicht werden, so daß eine normale  Entwicklung gewährleistet ist.

Exokrine Pankreas  Insuffizienz:
Bei der Exokrinen Pankreas Insuffizienz (EPI) handelt es sich um eine  chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Hierbei kommt es zu einer  eingeschränkten Produktion von Verdauungsenzymen. Dadurch kann das Futter nicht  mehr richtig verwertet werden, vor allem die Fettverdauung ist gestört, was zu  Durchfällen und Abmagerung führen kann. Zur Behandlung können die fehlenden Verdauungsenzyme als spezielles Pulver über das Futter verabreicht werden. Die  Ursachen können u.a. Vererbung, Krebs, Folgen von Infektionen, Hormonstörungen  aber auch Fehlernährung sein.

Hypothyreose:

Die Hypothyreose beschreibt eine Unterfunktion der Schilddrüse, somit  produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Diese Hormone sind unverzichtbar für viele normale Funktionen des Körpers, sie erhöhen den Grundumsatz und die Aktivität des Organismus. Die Symptome sind vielfältiger Natur und oftmals wird die Krankheit nicht erkannt, da man hinter manchen Symptomen nicht diese  Krankheit vermutet. Die Behandlung erfolgt durch lebenslange Tablettengabe. Man   vermutet eine erbliche Komponente.

Magendrehung:
Die Magendrehung besteht im medizinischen Sinne aus einer Verdrehung des  Magens, die zu einem Verschluss des Magenausganges und darauf folgend zu einer  Aufgasung bzw. Erweiterung des Magens führt. Bei einer Magendrehung muß man  sofort handeln, eine tierärztliche Behandlung (Operation) ist unabdingbar –  ansonsten führt sie unweigerlich zum Tode des Tieres. Die Ursachen bzw. eine  erbliche Komponente konnten bislang nicht nachgewiesen werden.
Beim SWH ist bislang nur ein Fall bekannt geworden.

Herzfehler:

Unter einem Herzfehler versteht man eine Missbildung des Herzens und eine  Störung der Funktion der Herzklappen.

Krebs:

Wie bei allen Hunderassen und Mischlingen kommen auch beim SWH immer  wieder Krebsfälle verschiedener Art vor. Inwieweit der Krebs vererblich ist  oder nicht, ist nicht geklärt.

Kryptorchismus:

Der Hoden befindet sich nicht im Hodensack, sondern im Bauchraum. Wenn sich beide Hoden im Bauchraum befinden, ist der Rüde unfruchtbar. Diese  Fehlbildung führt zum Zuchtausschluß.